Legasthenie – Ratgeber


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Legasthenie-Ursache oder Ursachen ???


Abb. 1 Internationales Experten-Kolloquium über Legasthenie: Stand der Forschung 1997

Erscheinungsbild(er) der Legasthenie

Legasthenie kann sehr viele Gesichter haben, weil das Lesen und Schreiben eine höchst komplexe Leistung unseres Gehirns darstellt. Sehr viele Funktionen des Gehirns werden dafür benötigt. Wenn eine oder mehrere von ihnen nicht fehlerfrei arbeiten, kommt es zu einer unzuverlässigen Beherrschung der Schriftsprache, bzw. das Erlernen wird erschwert oder - im Extremfall - verhindert. Der Vielzahl von Fehlfunktionen entspricht einer Vielfalt von Erscheinungsbildern. Aus diesem Grund kann von der einen Ursache sicher nicht die Rede sein.

Der Doppelwürfel macht die verschiedenen Gesichter von Legasthenie sichtbar

Leider wird von einzelnen Berufsgruppen immer wieder der eine oder andere Aspekt in den Vordergrund gestellt, wobei dann die anderen „vergessen“ werden. Dies wird in der Abbildung dadurch deutlich, dass man sie drehen kann und dann jeweils einen Aspekt leicht lesen kann, während die anderen schwer zu lesen sind (weil sie z.B. gerade auf dem Kopf stehen). Jeder einzelne der gezeigten Bereiche kommt als Ursache für Legasthenie infrage.

Was fehlt dem Legastheniker

Aus dem Erscheinungsbild kann man sehen, dass bei weitem nicht alle möglichen Komponenten einer diagnostischen Erfassung zugänglich sind. Aber es gibt mögliche Zusammenhänge zwischen den möglichen „Ursachen“ und messbaren Funktionen des Gehirns. Das Diagramm zeigt diese Zusammenhänge:


Abb. 2 Schema nach Schulte-Körne und Remschmidt, 2003

Am ehesten kann man sagen, dass Legasthenie meist eine neurobiologische Schwäche ist, eine fehlerhafte Verarbeitung von Informationen im Gehirn. Sie geht meist mit Störungen in der visuellen und/oder auditiven Informationsaufnahme und –verarbeitung einher.

Auch bei in den ersten Lebensjahren aufgetretenen Sprachentwicklungsstörungen, die durch Hörschwächen bedingt waren, muss man immer das spätere Auftreten von Legasthenie im Auge behalten.

Es gibt Hinweise auf genetische Defekte, welche vermutlich die o.g. neurobiologische Schwäche verursachen, mehr dazu bei Genetik.

Autor: BlickLabor der wissenschaftliche Blick hinter LRS, Legasthenie und andere Lernprobleme
(www.BlickLabor.de)